Die fünf Elemente der TCM

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1 - Holz

Holz ist das erste Element des Erzeugungszyklus (Sheng). Holz steht für Geburt und Beginn, für den Tagesanbruch, das Erwachen, den Frühling und seine expansive Energie. Die zum Holzelement gehörende Farbe ist grün.

Folgende Körperteile gehören zum Holzelement: Galle, Leber, Muskeln, Sehnen, Augen, Finger- und Zehennägel.

Die Gallenblase steht für die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen und eigene Bedürfnisse durchsetzen zu können.


Die Planungsfähigkeit und die kreative Vorstellungskraft werden der Leber zugeordnet. Träumen und diesen Traum Realität werden lassen, ein Projekt planen und es darauf realisieren, dies sind die zwei grundlegenden Eigenschaften des Holzes. Sind Gallenblase und Leber schwach, so findet man meist eine unzureichende Kommunikation, Schwierigkeiten in der Umsetzung von Plänen und ein Gefühl, im Leben nicht voranzukommen. Dies kann Frustration, Wut und Zorn auslösen, die grundlegenden Emotionen des Holzes.

2 - Feuer

Feuer ist das zweite Element des Sheng-Zyklus’. Feuer steht für die Fülle, den Sommer, die Mittagszeit und die Hitze. Die Feuer-Energie dringt durch das Erdreich hindurch und bewegt sich vertikal aufwärts Richtung Himmel (im Gegensatz zur Wasser-Energie die vertikal nach unten führt). Die Farbe des Feuerelementes ist rot.

Die Blutgefässe, die Zunge, das Herz, der Dünndarm und die Herzhülle (Perikard) gehören zum Element Feuer.

Das Herz, auch „Feuerprinz“ oder „Herr der Organe“ genannt, ist der Wohnort des Geistes (Shen). Das Herz steht für das Verantwortungsgefühl und die Fähigkeit, sich für etwas begeistern zu können.


Die Herzhülle (Perikard), auch "Leibwächter des Prinzen" genannt, reguliert den Herzrhythmus und die Blutzirkulation. Mit sich und anderen grosszügig sein, Kritik sowie auch Liebe schenken und annehmen können sind Fähigkeiten, die der Herzhülle zugeschrieben werden. Die psychischen Aspekte des Feuers werden dem Herz zugeordnet, die physischen der Herzhülle.


Der Dünndarm ist für die Aufnahme von Nahrung und neuen Ideen zuständig.


Sanjiao, auch „Dreifach-Erwärmer“ genannt, ist der vierte Feuer-Meridian. Sanjiao ist ein Funktionszusammenhang der die drei grossen „Körperhöhlen“ umfasst, sprich die Brust, den Bauch und das Becken. Das Zusammenspiel dieser drei Körperhöhlen reguliert die Atemfrequenz, die Verdauung, die Körpertemperatur und das Gleichgewicht.

3 - Erde

Erde ist das dritte Element im Erzeugungszyklus (Sheng). Sie steht für die Reife, den Spätsommer, den Nachmittag, die Fülle, die Zeit der Ernte und des Anlegens des Wintervorrates. Die Farben des Erdelementes sind gelb und braun.

Der Mund, die Faszien (das Bindegewebe), der Magen, die Pankreas (die Bauchspeicheldrüse) und die Milz werden alle dem Element Erde zugeordnet.

Die Milz und die Pankreas stehen für das logische Denken, den Intellekt und die angebrachte Kritik. Die Reflexion, das gute Gedächtnis, aber auch die Sorge, das Grübeln und die Nostalgie gehören ebenfalls zum Erdelement. Die Milz reguliert die Verteilung des Wassers und des Blutes im Organismus und hat somit eine körpernährende Funktion. Deswegen kann eine schwache Milz Verdauungsprobleme, Allergien, Menstruationsbeschwerden, Ödeme und Komplikationen mit dem Lymphsystem bewirken.


Das holistische Verständnis der TCM des Magens umfasst den Magen selbst, den Zwölffingerdarm und die ersten 15cm des Dünndarms. Der Magen dient der Nahrungsaufnahme und sorgt somit für die Regeneration des Körpers.

4 - Metall

Metall ist das vierte Element des Sheng-Zyklus’. Es steht für die späte Reife, den Niedergang, den Abend. Seine beiden Farben sind weiss und silbern, die ihm zugehörige Jahreszeit ist der Herbst.

Die Lungen, der Dickdarm, die Haut und die Nase gehören zum Metall-Element.

Die Kraft des Metalls zeigt sich in Konzentration und Reduktion auf das Wesentliche. Metall steht im Gegensatz zur expansiven Holz-Kraft. Über die Lungen nehmen wir die Lebensenergie Qi vom Himmel auf (in der hinduistischen Tradition „Prana“ genannt). Durch unsere Atmung erfahren wird die beiden Funktionen der Lunge; aufnehmen und abgeben, annehmen und loslassen, Expansion und Kontraktion. Die Lungen stehen auch für unseren Bezug zum Universum, zur Welt, zu unserem sozialen Umfeld.


Der Dickdarm dient der Ausscheidung physischer und psychischer Toxine. Er steht in engem Zusammenhang mit dem Denken und der Fähigkeit, von Wünschen, Erwartungen und Ideen Abschied nehmen zu können.

5 - Wasser

Wasser ist das fünfte und letzte Element im Erzeugungszyklus. Es steht für die Stagnation und den Untergang (im Sheng-Zyklus vor der Wiedergeburt im Element Holz), für die Nacht und den Winter. Die Lebenskräfte haben sich in ihren Kern zurückgezogen, warten auf den Frühling mit seiner expansiven Kraft und auf den Beginn eines neuen Zyklus’. Die Farbe des Wasserelementes ist schwarz.

Zum Wasserelement gehören die Nieren, die Blase, das Gewebe, die Knochen, das Rückenmark und das Gehirn. Die Wasserenergie - im Gegensatz zur Feuerenergie - bringt uns vertikal nach unten, in die Tiefe, zum Ursprung.

Die Nieren regulieren den konstanten Wasseraustausch im Organismus. Ihnen kommt somit eine lebensnotwendige Reinigungsfunktion zu. In der TCM werden die Nieren deswegen auch „Oberkontrolleur der Wasserversorgung“ genannt.


Die Blase ist verantwortlich für die körperliche und psychische Entspannung; sie reguliert den Übergang von der Aktivität zur Erholung. Sanft sein und sich hingeben können, keinen Widerstand zeigen, sondern mitfliessen, mit dem was ist, sind Qualitäten des Wassers.




Die Nieren und das Herz haben in der TCM einen ganz besonderen Platz: Die beiden Organe erhalten die Lebensenergie und Gesundheit des Menschen.


Aus der kurzen Beschreibung der fünf Elemente wird ersichtlich, dass die TCM - in Abgrenzung zur konventionellen Schulmedizin - jedem einzelnen Organ Funktionen zuschreibt und die Organe zueinander in weit greifende Funktionszusammenhänge stellt. Physische und psychische Aspekte der einzelnen Organe werden gleichwertig betrachtet und in die Behandlung einbezogen.